Große Baumpflanzaktion gegen fortgesetzte Rodungen
In der nordkurdischen Provinz Şirnex (tr. Şırnak) wird der Widerstand gegen die systematischen Waldrodungen und Umweltzerstörung fortgesetzt. Für November plant die Ökologieplattform Şirnex eine groß angelegte Baumpflanzkampagne in ehemals bewaldeten Gebieten, die durch Bergbau-, Energie- und Infrastrukturprojekte schwer beschädigt wurden.
12.000 Hektar Wald vernichtet – rechtliche Schritte wirkungslos
Nach Angaben der Initiative wurden allein in den letzten fünf Jahren etwa 12.000 Hektar Waldfläche in Şirnex, dem Herzen der Botan-Region, zerstört. Die daraus resultierenden ökologischen Folgen sind erheblich: Flüsse weisen laut Messungen teils dreifach erhöhte Schwermetallwerte auf, über 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen haben an Ertrag verloren, die Temperaturen steigen auf Rekordniveau.
Trotz juristischer Schritte gegen die Abholzungen sei bislang keine Wende erreicht worden, so Anwalt Doğan Adıbelli. „Der Naturraubbau in Botan geht unvermindert weiter. Wir haben geklagt, aber keine wirksamen Ergebnisse erzielt“, sagte er. „Es geht nicht mehr nur um Bäume – es geht um die Zukunft unserer Kinder. Wer jetzt nicht handelt, macht sich mitschuldig.“
„Alle zeigen Verständnis, aber handeln zu wenige“
Aynur Elçeoğlu, die sich seit Jahren in der Region für den Schutz der Natur engagiert, appellierte an die Bevölkerung, sich aktiver am Widerstand zu beteiligen. „Alle äußern sich kritisch über die Zerstörung – aber wenn es um konkrete Aktionen geht, herrscht oft Stille“, sagte sie. „Wir müssen gemeinsam handeln: Bäume pflanzen, Lebensräume schützen – für uns und für kommende Generationen.“
Auch Halime Ete, eine weitere Aktivistin, kündigte an, die Proteste fortzusetzen. „In den Bergen Kurdistans bleibt kaum ein Baum stehen. Für ein paar Lira wird unsere Heimat zerstört. Das ist Verrat an uns allen“, sagte sie. „Jeden gefällten Baum werden wir neu pflanzen. Und nicht aufhören, bis der Raubbau gestoppt ist.“