Ökologieverein verurteilt Abholzung durch Zwangsverwaltung in Wan

Der Ökologieverein EKO-DER hat scharfe Kritik an der Abholzung von Bäumen im Newroz-Park in Wan geübt. Die von einer Zwangsverwaltung geleitete Stadtverwaltung lasse Rücksicht auf Umwelt und Artenvielfalt vermissen.

EKO-DER: Baumfällungen sind ökologischer Frevel

Die von der türkischen Regierung eingesetzte Zwangsverwaltung der kurdischen Großstadt Wan (tr. Van) steht wegen umfangreicher Baumfällungen im Newroz-Park unter Kritik. Die Umweltorganisation EKO-DER sprach am Samstag von einem schweren Eingriff in das städtische Ökosystem und kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen.

Die Bäume seien im Rahmen eines Straßenerweiterungsprojekts gefällt worden, ohne dass eine wissenschaftliche Bewertung oder Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt sei, sagte die Ko-Vorsitzende von EKO-DER, Dilek Akdağ, bei einer öffentlichen Erklärung am Ort des Geschehens. Zahlreiche Menschen nahmen an der Protestaktion teil, begleitet von einem Banner mit der Aufschrift: „Krieg ist die größte ökologische Zerstörung.“

„Die betroffenen Bäume wurden weder umgesetzt noch begutachtet – sie wurden schlicht gefällt“, so Akdağ. „Das dient allein den wirtschaftlichen Interessen regierungsnaher Bauunternehmen.“

Kritik an mangelnder Umweltverantwortung

Der Verein EKO-DER wirft der Zwangsverwaltung vor, Stadtentwicklung ohne Rücksicht auf Natur und Artenvielfalt zu betreiben. „Städtebau und Infrastrukturprojekte müssen so geplant werden, dass sie die Umwelt schützen und nicht zerstören. Bäume dürfen nur in Ausnahmefällen und mit fachgerechter Verpflanzung entfernt werden – das ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern eine ethische Verpflichtung.“ Die jetzige Vorgehensweise stelle eine vorsätzliche Zerstörung von Lebensräumen dar – nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Vögel, Insekten und andere Tiere.

EKO-DER kündigt rechtliche Schritte an

Die Organisation kündigte an, die rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um gegen das Vorgehen der Stadtverwaltung vorzugehen. „Wir fordern den sofortigen Stopp der Arbeiten und rufen die Verantwortlichen dazu auf, die Zerstörung zu beenden. Die Natur ist keine Verfügungsmasse, sie gehört allen.“ Abschließend erklärte Akdağ: „Wir werden nicht zulassen, dass unter dem Vorwand der ‚Dienstleistung‘ ein einziger Nagel in einen lebenden Organismus geschlagen wird. Wir bleiben dran – für die Bäume, für die Tiere, für die Zukunft von Wan.“