KON-MED mobilisiert zu Protesten gegen Angriffe auf Kurd:innen in Aleppo

Der kurdische Dachverband KON-MED hat angesichts der Angriffe auf kurdische Viertel in Aleppo zu Protesten aufgerufen. In mehreren deutschen Städten finden heute Kundgebungen statt.

Kundgebungen heute um 17:00 Uhr

Die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland e.V. (KON-MED) hat angesichts der Gewalt gegen kurdische Stadtteile in Aleppo zu Protesten in mehreren deutschen Städten aufgerufen. Bei den Übergriffen durch Truppen der syrischen Übergangsregierung und verbündeter Islamistenmilizen in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê waren in der Nacht zum Dienstag zwei Menschen getötet und über 60 weitere verletzt worden.

In einer Erklärung kritisiert der Dachverband die Angriffe scharf und warnt vor einer weiteren Eskalation. „Die Angriffe auf Şêxmeqsûd und Eşrefiyê sind Teil gezielter Provokationen gegen das friedliche Zusammenleben der Völker“, heißt es in dem Statement. Besonders besorgniserregend sei der Einsatz schwerer Waffen sowie die versuchte Mobilisierung über religiöse Kanäle wie Moscheen, um die Bevölkerung gegeneinander aufzuhetzen. Ziel sei es, das gesellschaftliche Miteinander zu zerstören, so KON-MED.

Protestaktionen in bisher sieben Städten geplant

Die Organisation ruft alle Kurd:innen in Deutschland sowie solidarische Gruppen dazu auf, sich an Demonstrationen zu beteiligen, „um gegen Krieg und für Menschlichkeit Stellung zu beziehen“. Der Appell richtet sich auch an deutsche Institutionen.

„Wir fordern die Bundesregierung, politische Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen dazu auf, eine klare Haltung gegenüber diesen massiven Angriffen auf die kurdische Zivilbevölkerung einzunehmen“, erklärte KON-MED weiter. Der Angriff auf die kurdischen Viertel sei ein direkter Angriff auf die Errungenschaften der Rojava-Revolution und die demokratischen Strukturen in Nord- und Ostsyrien.

Die ersten Proteste sind für den heutigen Dienstag, den 7. Oktober um 17:00 Uhr angekündigt. Geplant sind Kundgebungen an folgenden Orten:

Hannover: Kröpcke (Einkaufszentrum)

Saarbrücken: Europa-Galerie

Berlin: Breitscheidplatz

Hamburg: Hachmannplatz

Bochum: Hauptbahnhof

Stuttgart: Pusteblumebrunnen / Königstraße

München: Sendlinger Straße

KON-MED ruft ihre Mitgliedsverbände und Gemeinden auf, die Proteste gemeinsam mit lokalen Unterstützer:innen zu organisieren. „Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen“, so der Verband.