Rojava-Revolution vorgestellt
An der Universität in Jena finden derzeit die „Alternativen Orientierungstage für Studierende“ statt. In diesem Rahmen hat das lokale Komitee der Kampagne „Women Defend Rojava“ (WDR) eine Veranstaltung organisiert, bei der über die kommunalen Basistrukturen und die politischen Arbeiten der Frauen in der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) informiert worden ist. Rund 50 Interessierte folgten dem Vortrag, in dessen Anschluss gemeinsam an einer Demonstration gegen die aktuellen Angriffe auf die kurdischen Stadtviertel in Aleppo teilgenommen wurde.
Die Kommune als Kern der Selbstverwaltung
Zwei WDR-Aktivistinnen haben im Rahmen der Kampagne vergangenes Jahr an einer Delegation in die DAANES teilgenommen. Nach einer allgemeinen Vorstellung der Kampagne und der Region, teilten sie ihre Eindrücke und Erfahrungen der Reise und berichteten von verschiedenen Orten, die sie besucht hatten.
So hatten sie die Möglichkeit eine Kommune in Qamişlo kennenzulernen und deren verschiedenen Kommissionen, wie beispielsweise die Jugend, Gerechtigkeitskommission, Frauen und Finanzen, zu treffen. Die Aktivistinnen erklärten die Rolle der Kommune und deren Bedeutung innerhalb der Selbstverwaltung.
Die Frauenstrukturen
Eine weitere Struktur der Basisarbeit, so die Referentinnen, sei das Mala Jin (dt. Frauenhaus), ein Frauenzentrum, in dem Frauen durch Mediation Probleme lösen. Die Aktivistinnen führten im Folgenden dessen Entstehungsgeschichte aus und gingen näher auf die konkreten Arbeiten dieser Institution ein.
Außerdem berichteten sie von Sara, einer Organisation, die sich vor Gericht für die Rechte der Frauen einsetzt. Abschließend stellten sie mit dem Frauenfernsehsender JinTV ein Beispiel der Frauenpresse vor, durch welche die Werte der Frauen und der Revolution in die Öffentlichkeit getragen würden.
Hoffnung und Widerstand
Die Aktivistinnen vermittelten sowohl, was ihnen die Menschen vor Ort erzählt hatten, als auch ihre eigenen Eindrücke und Erfahrungen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die aktuelle Situation und die Entwicklungen in der Region thematisiert.
Im anschließenden Gespräch wurde zur Sprache gebracht, dass die Revolution in Rojava viel Hoffnung auf ein anderes, solidarisches Zusammenleben gebe. Zugleich wurde diskutiert, dass es in Deutschland eine andere Geschichte und Ausgangslage gebe, an die angeknüpft werden müsse. Viele Teilnehmende äußerten großen Respekt gegenüber der Revolution, ihrem alltäglichen Widerstand und ihren Kämpfen und sahen darin auch ein Vorbild für Deutschland.
Kraftvoller Protest
Nach der Veranstaltung fand auf dem Holzmarkt in Jena eine Demonstration statt. Zahlreiche Menschen versammelten sich, um auf die aktuelle Lage in Syrien, insbesondere in Aleppo, aufmerksam zu machen und die Bedeutung eines demokratischen Syriens zu betonen.
Es gab verschiedene Redebeiträge und es wurden Flyer verteilt, um über die Situation zu informieren. Zum Abschluss wurde gemeinsam getanzt. Durch die unterschiedlichen Komponenten wurden auf der Demonstration sowohl Trauer als auch Wut zum Ausdruck gebracht.