Aufklärungskampagne in Hesekê gegen Kinderehen

Mit einer Aufklärungsaktion in Hesekê haben Frauenorganisationen auf die Gefahren von Kinderehen aufmerksam gemacht. Die Initiative will patriarchale Strukturen hinterfragen und das Bewusstsein für die Rechte junger Frauen stärken.

Aktion von armenischen, kurdischen und arabischen Aktivistinnen

In der nordostsyrischen Stadt Hesekê haben Frauenorganisationen eine Aufklärungsaktion gegen Kinderehen durchgeführt. Ziel der Initiative war es, auf die Folgen früher Eheschließungen aufmerksam zu machen und patriarchale Normen kritisch zu hinterfragen.

Organisiert wurde die Aktion von der Frauenunion Nord- und Ostsyriens und der Armenischen Vereinigung junger Frauen. In mehreren Teilen der Stadt – darunter der Platz der Freiheit, der Merşo-Kreisel und die Umgebung der syrisch-orthodoxen Kirche im Viertel Til Hecer – wurden Flyer mit der Aufschrift „Nein zu Kinderehen“ an Passant:innen und Gewerbetreibende verteilt.

„Viele Frauen stehen weiter unter patriarchalem Einfluss“

Lusnak Kavoriyan, Ko-Vorsitzende der Armenischen Demokratischen Jugendbewegung, betonte, dass viele junge Frauen weiterhin unter traditionellen und patriarchalen Denkweisen litten. Frühverheiratung beraube Mädchen nicht nur ihrer Kindheit, sondern mache sie besonders anfällig für Gewalt.

„Unsere Aufgabe als Frauen ist es, Mädchen vor Kinderehen zu schützen und ihre Stimme in der Gesellschaft zu stärken“, sagte Kavoriyan. Die Aktion sei ein Schritt, um das Bewusstsein für die Rechte junger Frauen zu fördern.

Weitere Aktionen geplant

Die Organisatorinnen kündigten an, ähnliche Veranstaltungen auch in anderen Städten des Kantons Cizîr, darunter Qamişlo und Dirbêsiyê, durchzuführen. Zudem seien Kampagnen in den Kantonen Raqqa und Deir ez-Zor in Vorbereitung. Die Aktivistinnen fordern neben gesellschaftlicher Sensibilisierung auch rechtliche und politische Maßnahmen, um Frühverheiratungen wirksam zu verhindern.