Demonstration gegen Gewalt an Frauen in Hamburg

In Hamburg sind zum 25. November zahlreiche Frauen gegen Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung auf die Straße gegangen.

25. November

In Hamburg sind zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen am 25. November zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Die größte Veranstaltung war eine vom 8M-Bündnis organisierte Demonstration, die um 18 Uhr am S-Bahnhof Landwehr begann.

„Gewalt und Hasskriminalität nehmen zu“

Bei der Auftaktkundgebung erklärten die Veranstalterinnen: „Wir gehen auf die Straßen gegen Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung. Denn Gewalt und Hasskriminalität gegen Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen nehmen zu und gleichzeitig werden unsere Rechte angegriffen.“ Das 8M-Bündnis forderte Gewaltprävention und Gewaltschutz, finanzielle Sicherheit, Gerechtigkeit in der Justiz, körperliche Selbstbestimmung, queere und trans* Rechte, grenzenlose Solidarität und Schutz von Minderjährigen.


Aufruf zu Selbstverteidigung und kollektiver Organisierung

Der Frauenrat Rojbîn betonte in eine Redebeitrag, dass die weltweite patriarchale Gewalt gegen Frauen weiter zunehme und ein rein gesetzlicher Schutz nicht ausreiche. Stattdessen müsse die Wurzel des Problems – die patriarchale Mentalität – konsequent bekämpft werden. Im Namen der kurdischen Frauenbewegung wurde zur Selbstverteidigung und zu kollektiver Organisierung aufgerufen:

„Patriarchale Gewalt wird nicht allein durch Appelle überwunden. Sie muss durch gesellschaftliche Organisierung gebrochen werden. Denn viele der Täter sind nicht Fremde, sondern Männer aus dem direkten Umfeld der Frauen. Deshalb muss die kollektive Selbstverteidigung der Frauen zur gelebten Praxis werden.“

In diesem Zusammenhang wurde auf eine aktuelle Tat in Ludwigshafen hingewiesen, bei der eine kurdische Frau von ihrem Ehemann brutal ermordet wurde. Dieser Femizid zeige erneut, dass patriarchale Gewalt nur durch kontinuierliche Organisierung und politisches Bewusstsein eingedämmt werden könne, so die Sprecherin des Frauenrats Rojbîn.

„Frauenhausplätze statt Panzer“

Die Demonstration wurde von einem FLINTA-Block und einem Transparent mit der Aufschrift „Frauenhausplätze statt Panzer“ angeführt und endete am S-Bahnhof Friedrichsberg. Die Teilnehmenden riefen unter anderem „My body my choice – raise your voice“, „Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben, lasst uns das System aus den Angeln heben“ und „Jin Jiyan Azadî“.

Gedenken für ermordete Frauen

Auf vielen verschiedenen Transparenten und Schildern wurden Forderungen zum Ausdruck gebracht und es wurde an ermordete Frauen erinnert, so etwa an Jina Mahsa Amini, deren gewaltsamer Tod 2022 die „Jin Jiyan Azadî“-Revolte im Iran ausgelöst hatte, sowie die drei kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez, die 2013 von einem MIT-Agenten in Paris erschossen wurden.

Vor der Demonstration fand bereits in Altona eine Gedenkkundgebung des Netzwerks gegen Femizide für ermordete Frauen statt.