Protest anlässlich des 25. Novembers
Weltweit sind gestern Menschen anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen auf die Straßen gegangen. Auch in Dresden haben sich mehrere hundert Menschen zum Protest versammelt. Verschiedene Kollektive, Initiativen und Organisierungen, unter ihnen die Dresdner Initiative für Frieden in Kurdistan (IFK), brachten ihre Wut unter dem Motto „Die Scham muss die Seite wechseln“ zum Ausdruck.
Die Demonstrierenden richteten sich gegen Feminizide, häusliche Gewalt und den täglichen Sexismus, welcher in allen Gesellschaften weiterhin existiert. Immer wieder wurde zur internationalen Solidarität aufgerufen. „Wir müssen die Kämpfe unserer Schwestern als die unseren begreifen und verteidigen. Wie zum Beispiel die Kämpfe der Frauenbewegung in Kurdistan“, hieß es vor Ort.
Politische Feminizide
Die Angriffe auf die Kämpfe seien dabei unterschiedlich. Bei politischen Feminiziden werden beispielsweise gezielt Vorreiterinnen sozialer und politischer Bewegungen ermordet, um diese Bewegungen zu schwächen. Mit diesen Morden soll auch die gesellschaftliche Alternative, für die sie stehen, vernichtet werden. Diesen Versuch zeigten besonders die vielzähligen politischen Feminizide, die der türkische Staat in Rojava verübt. Die Frauen sollten eingeschüchtert werden.
„Der rote Faden, der uns alle verbindet.“
Mitten in der Demonstration in Dresden stach ein großes, rotes, gewebtes Netz ins Auge, mit dem sich solidarisch auf die antipatriarchalen Kämpfe in Mexiko bezogen wurde. Dort ist die Gewaltrate besonders hoch, täglich werden elf Feminizide verübt.
Hiergegen gibt es umfassenden Protest und starke Organisierung: Die Madres Buscadoras, „die suchenden Mütter“, sind eine davon. Sie haben sich aus einem Zusammenschluss von verschiedenen Kollektiven zu einer landesweiten Bewegung entwickelt. Ihr Motto: „Ni uno más“ – kein weiterer Mensch soll verschwinden.
Um zu verdeutlichen, was solidarische Organisierung für eine Stärke hat, weben die südamerikanischen Frauen riesige Netze aus rotem Faden. „Der rote Faden, der uns alle verbindet. Der rote Faden, der auch das vergossene Blut so vieler Frauen und Menschen repräsentiert“, mit dieser Idee begann die Geschichte des Kollektivs, die an vielen Orten der Welt aufgergriffen wird – so wie in Dresden.
Die Demonstration fand am Theaterplatz in der Dresdner Altstadt ihr Ende und wurde von einem Konzert in den Abend begleitet.