Mehrtägige Demonstration von Amed nach Ankara
Die Bewegung freier Frauen (Tevgera Jinên Azad – TJA) hat einen Marsch von Amed (tr. Diyarbakır) in die türkische Hauptstadt Ankara organisiert, der unter dem Motto „Mit Hoffnung in die Freiheit“ läuft. Die am Mittwoch gestartete Demonstration wird durch sieben Städte führen, darunter Riha (Urfa), Dîlok (Antep), Adana, Mersin und schließlich Ankara, wo die Protestaktion mit einer Pressekonferenz während einer Fraktionssitzung enden wird. Der Frauenmarsch fordert nicht nur die Freilassung des kurdischen Vordenkers Abdullah Öcalan, sondern setzt auch ein Signal für eine demokratische und friedliche Neuordnung in der Türkei.
250 Frauen, die an dem sechstägigen Marsch mit Transparenten mit der Aufschrift „Das Recht auf Hoffnung kann nicht verweigert werden“ teilnehmen, haben den Bezirk Curnê Reş (Hilvan) in der Provinz Riha erreicht. Sie wurden von Hunderten von Frauen mit weißen Tüchern in den Händen begrüßt.
Die Aktivistinnen, die ihre Demonstration mit großer Entschlossenheit und Begeisterung durchführen, werden ihren Marsch morgen im Bezirk Xelfetî (Halfeti) fortsetzen.
Im Gespräch mit ANF erklärten die Teilnehmerinnen, dass sie für die umfassende Etablierung und Umsetzung des sozialen Friedens mit Forderungen marschieren, die alle Völker betreffen. Sie fassten des Hintergrund ihres mehrtägigen Marsches mit den Worten zusammen: „Dies ist ein sozialer Marsch; wir marschieren, um auf die Bedeutung des sozialen Friedens aufmerksam zu machen. Der soziale Frieden hängt auch von der Umsetzung des ‚Rechts auf Hoffnung‘ und anderer Rechte ab.“
„Öcalan ist für sein Volk unverzichtbar“
Die Teilnehmerin Hatice Yıldız betonte, dass der Marsch mit der Forderung nach dem Recht auf Hoffnung initiiert wurde: „Das Recht auf Hoffnung ist unverzichtbar für Rêber Öcalan, der wiederum für sein Volk unverzichtbar ist. Wir sind von Wan nach Amed gekommen, und von hier aus werden wir nach Ankara marschieren. Wir werden eine Botschaft an Ankara, an das Parlament, an das türkische Volk senden. Wenn wir Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit wollen, müssen sowohl Türk:innen als auch Kurd:innen Verantwortung übernehmen.
Dieser Marsch für die Freiheit ist auch eine Aktion für das Recht auf Hoffnung. Das Töten muss ein Ende haben, die Waffen müssen niedergelegt werden. Die Zeit der Waffen ist vorbei. Die Völker der Türkei und wir wollen diesen Krieg nicht mehr, denn die größten Opfer des Krieges sind Frauen und Kinder. Mein Aufruf lautet: Von den Tscherkess:innen bis zu den Las:innen, von den Türk:innen bis zu den Kurd:innen müssen alle ‚Es reicht!‘ sagen. Wir wollen keinen Krieg, der Frieden muss jetzt beginnen. Das ist die Bedeutung unseres Marsches: das Recht auf Hoffnung und Frieden.“
„Wir werden die Forderungen der Frauen in Ankara vorbringen“
Die Frauenbeauftragte des Gewerkschaftsverbands KESK, Döne Gevher, die ebenfalls an dem Marsch teilnimmt, erklärte dessen Zweck wie folgt: „Der Ruf nach Frieden und einer demokratischen Gesellschaft wurde von weiten Teilen der Gesellschaft begrüßt. Dieser Ruf kann jedoch nur durch Taten und Ereignisse beantwortet werden, nicht nur durch Stillhalten. Deshalb haben wir diesen Marsch von Amed nach Ankara begonnen. Am Ende unseres sechstägigen Marsches werden wir vor dem Sincan-Gefängnis die Frage der Änderung des Gesetzes über die Vollstreckung von Strafen und die Forderung nach dem Recht auf Hoffnung, wie es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte formuliert wurde, zur Sprache bringen.
Dann werden wir vor dem Parlament die Forderungen der Frauen nach Freiheit und Gleichberechtigung vorbringen. Während des gesamten Marsches werden wir uns mit Frauen in Dörfern und auf Stadtplätzen treffen und versuchen, gemeinsam mit den Menschen den Ruf nach Freiheit zu erheben.“
„Frieden muss zu einer sozialen Realität werden.“
Die Teilnehmerin Seçkin Tunç erklärte: „Wir marschieren für Demokratie, Freiheit und Frieden. Wir marschieren für eine Gesellschaft ohne Klassenunterschiede, in der alle Menschen gleichberechtigt leben. Wir marschieren für die Freiheit der Arbeiter:innenklasse, für die Freiheit von Frauen und Mädchen. Wir marschieren für kranke Gefangene.
Vor allem marschieren wir für die Verbesserung der Haftbedingungen von Rêber Abdullah Öcalan. Andererseits marschieren wir auch für die Freiheitskämpfer:innen. Ich hoffe, dass unsere Forderungen erfüllt werden. Denn wie Abdullah Öcalan sagte: ‚Die Gesellschaft kann nicht frei sein, ohne dass die Frauen frei sind.‘ Wir setzen unseren Marsch fort und glauben daran. Frieden muss zu einer sozialen Realität werden.“
Frauen, Pionierinnen des Friedens
Öznur Evin, die ebenfalls mitmarschiert, erklärte, dass der Protest initiiert wurde, um alle sozialen Forderungen zusammenzuführen: „Wir haben alle rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren berücksichtigt, als wir diesen Marsch begonnen haben. Dieser Marsch ist für das Recht auf Hoffnung, sozialen Frieden und Frauenrechte. Unser endgültiges Ziel ist Ankara. Dort werden wir lautstark Frieden, das Recht auf Hoffnung und alle Rechte der Frauen und der Gesellschaft fordern.
Der Prozess läuft seit etwa 7–8 Monaten, aber er schreitet nur sehr langsam voran und muss beschleunigt werden. Die Gesellschaft ist nicht für Krieg, sondern für Frieden. Unser Ziel ist es auch, den Krieg zu beenden und sozialen Frieden zu schaffen. Wenn es ein soziales Friedensabkommen geben soll, dann wird es von Frauen geschlossen werden. Die Rolle und Bedeutung der Frauen für den Frieden ist sehr groß. Wir Frauen, als Pionierinnen des Friedens, haben diesen Marsch begonnen und werden ihn bis zum Ende fortsetzen.“