Beginn des Öcalan-Komplotts
Die Frauenbewegung Kongra Star in der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien hat das internationale Komplott gegen den kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan scharf kritisiert. Auf einer Kundgebung am Sonntag in Qamişlo bezeichnete die Organisation die damaligen Ereignisse als Angriff auf „die Menschheit insgesamt“ und sprach sich erneut für Öcalans Freilassung aus.
Am 9. Oktober 1998 musste Öcalan auf internationalen Druck durch die Türkei und die NATO Syrien verlassen und begab sich auf eine Odyssee durch verschiedene Länder Europas für einen Friedensprozess, die am 15. Februar 1999 in eine internationale Geheimdienstoperation mit der Folge seiner völkerrechtswidrigen Verschleppung aus der griechischen Botschaft in Nairobi auf die türkische Gefängnisinsel Imrali mündete.
Protest gegen fortgesetzte Haft
Die Erklärung wurde von der Lehrerin Esmehan Sedûn im Namen der Koordination von Kongra Star verlesen. Darin hieß es: „Wir verurteilen das internationale Komplott gegen Abdullah Öcalan. Es richtete sich nicht nur gegen eine Person, sondern gegen alle, die für Frieden, Demokratie und Frauenrechte eintreten.“ Sedûn erklärte, Öcalans Ideen hätten weltweit Bedeutung für die Gleichstellung von Frauen und den Aufbau eines freien Lebens. Seine Isolation sei Ausdruck patriarchaler Herrschaftssysteme, die durch seine Ideen in Frage gestellt würden.
Obwohl Öcalan seit 1999 unter Isolationshaft steht, seien seine Gedanken weiterhin „eine Quelle für Frieden und Menschenrechte“, erklärte die Sprecherin weiter. Kritisiert wurde auch, dass weder die türkische Regierung noch internationale Akteure bislang konkrete Schritte für eine politische Lösung der kurdischen Frage unternommen hätten.
Aufruf zur Beteiligung an Protesten am 9. Oktober
Kongra Star rief zugleich zur Teilnahme an Demonstrationen zum 27. Jahrestag von Öcalans erzwungenen Ausreise aus Syrien und damit dem Beginn des Komplotts auf. Gleichzeitig solle gegen die türkisch-dschihadistische Besetzung der nordsyrischen Städte Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) protestiert werden, die sich in diesem Monat zum sechsten Mal jährt.
Zum Abschluss der Kundgebung skandierten Teilnehmerinnen Parolen wie „Ohne den Vorsitzenden kein Leben“, „Nieder mit der Sklaverei“ und „Jin Jiyan Azadî – „Frau, Leben, Freiheit“ – eine Losung, die sich in den letzten Jahren über die kurdische Befreiungsbewegung hinaus international verbreitet.