Mutmaßliche IS-Zellen und Mitglieder krimineller Netzwerke
Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben gemeinsam mit den Sicherheitskräften der Autonomieverwaltung (Asayîş) eine großangelegte Sicherheitsoperation gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und die organisierte Kriminalität nahe der Kleinstadt Ain Issa durchgeführt. Nach Angaben der QSD wurden dabei 71 Personen festgenommen, darunter auch mutmaßliche IS-Zellen und Mitglieder krimineller Netzwerke.
Die Aktion fand demnach in der Ortschaft al-Hishah (ku. Hişê) und ihrer Umgebung, rund 15 Kilometer östlich des Stadtkerns von Ain Issa, statt. Beteiligt waren Sondereinheiten der QSD sowie Einsatzkräfte der Asayîş für innere Sicherheit und deren Anti-Terror-Einheit HAT. Ziel sei es gewesen, gewaltbereite Strukturen zu zerschlagen, die für Anschläge, bewaffnete Übergriffe, Raubüberfälle und Drogenhandel verantwortlich gemacht werden.
Video der QSD-Pressestelle zeigt Szenen der Operation in Ain Issa
Laut den QSD war die Operation Ergebnis umfangreicher nachrichtendienstlicher Vorarbeit und einer gezielten Beobachtung der Region. Bei den Einsätzen seien Waffen, Munition und Material sichergestellt worden, die mutmaßlich zur Vorbereitung oder Durchführung von Anschlägen verwendet wurden. Die Durchsuchungen hätten nach Angaben unter Berücksichtigung des Schutzes der Zivilbevölkerung stattgefunden.
Bevölkerung begrüßt Sicherheitsmaßnahmen
Das multiethnische Bündnis erklärte, der Einsatz habe breite Zustimmung in der lokalen Bevölkerung erfahren. „Anwohnerinnen und Anwohner haben die Operation als wichtigen Beitrag zur Stabilität der Region gewertet und ihre Unterstützung für die Sicherheitskräfte bekräftigt“, hieß es in der Mitteilung. Die QSD kündigten auch an, ihre Aufklärungs- und Sicherheitsaktivitäten fortzusetzen, um verbliebene IS-Zellen und Strukturen der organisierten Kriminalität weiter zu bekämpfen. „Unsere Arbeit wird andauern, um die Bevölkerung vor Terror und Verbrechen zu schützen.“
Strategisch wichtige Stadt
Die Kleinstadt Ain Issa befindet sich südlich der türkisch besetzten Region um Girê Spî (Tall Abyad) und ist als Verbindungsglied zwischen den Kantonen Firat und Cizîrê von strategischer Bedeutung. Seit 2019 befindet sich die an der wichtigen Verkehrsstraße M4 gelegene Stadt im Rahmen eines Zermürbungskrieges im Fadenkreuz der Türkei und ihrer islamistischen Milizen, Phasen mit hoher Intensität wechseln sich mit Phasen niedriger Intensität ab. Dutzende Dörfer in der Region sind durch die türkische Militärgewalt bereits zerstört und entvölkert worden. Darüber hinaus legten mehrere Luftoffensiven der Türkei in den letzten Jahren weite Teile der Infrastruktur Ain Issas in Schutt und Asche.