Pressefreiheit, Menschenrechte und Kunst treffen aufeinander
Zum mittlerweile sechsten Mal organisiert der Kölner Menschenrechtsverein „Stimmen der Solidarität“ das Festival der Solidarität. Es soll vom 7. bis zum 11. November mit Unterstützung der Stadt Köln, des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sowie der Willi-Eichler-Akademie, des Friedensbildungswerks und der Rosa-Luxemburg-Stiftung stattfinden. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Kulturbunker Köln, dem Bürgerzentrum Ehrenfeld, dem Buchsalon Ehrenfeld und dem Filmhaus durchgeführt.
Stimmen der Solidarität möchte mit dem Festival „auf Menschenrechtsverletzungen in der Türkei aufmerksam machen, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zusammenbringen und die internationale Solidarität stärken“.
Vielfältiges Programm
Das Festival bietet ein reichhaltiges Programm mit Panels, Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Theateraufführungen mit Gäst:innen aus verschiedenen Ländern. Die Eröffnung findet am Freitag, 7. November, im Kulturbunker mit einem Konzert der Devrim Kavallı & Kadıköy Band und der Musikgruppe Üryan statt. Das Wochenendprogramm wird dann im Bürgerzentrum Ehrenfeld fortgesetzt. Dort wird die Fotoausstellung „Sus-ma: Zensur und Selbstzensur innen und außen“, kuratiert von der Susma-Plattform, dem Seen Collective und der Initiative Redfotoğraf, eröffnet. Hierbei wird auch der Menschenrechtsaktivist Adil Okay wird anwesend sein.
Pressefreiheit und Menschenrechte in der Türkei
Während des Festivals finden drei separate Panels statt. Das erste Panel befasst sich mit Presse- und Meinungsfreiheit sowie Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Zu den Gäst:innen zählen die Journalisten Alin Ozinian, Serdar Korucu und Yusuf Karadaş, der Rechtsanwalt Ümit Altaş, der Abgeordnete und Rechtsanwalt der DEM-Partei Dilan Kunt, die Bochumer Rechtsanwältin Heike Geisweid sowie die deutschen Politikerinnen Gönül Eğlence (Bündnis 90/Die Grünen, MdL Nordrhein-Westfalen) und Lea Reisner (Die Linke, MdB). Das zweite Panel befasst sich mit dem Asylrecht, das in Deutschland heftige Debatten ausgelöst hat.
Betroffenen zuhören
Im dritten Panel kommen am Sonntag direkte Betroffene zu Wort: Die Journalist:innen Nedim Türfent, Özgür Sevinç Şimşek und İsminaz Temel, die viele Jahre im Gefängnis saßen, sowie der Lokalpolitiker Zizik Şahbaz, der Menschenrechtsaktivist Adil Okay und Hamide Akbayir aus dem Vorstand des Vereins berichten von ihren Erfahrungen.
Kultur als Spiegel der Unegrechtigkeit
Auch der Literatur- und Theaterteil des Wochenendes verspricht Tiefgang und Abwechslung: Die Schriftstellerin Gül Güzel liest, gefolgt von der Aufführung des Ein-Frau-Stücks „Nichts in der Ferne schauen“. Tülin Şahin Okay schildert darin die Erfahrungen politischer Gefangener, basierend auf Hunderten von Briefen aus Gefängnissen.
Das Festival wird am 10. November mit einer Lesung des Autors Yavuz Ekinci im Buchsalon Ehrenfeld fortgesetzt, moderiert von Çiler Fırtına, der sein neues Buch vorstellt. Den Abschluss bildet am 11. November die Vorführung des Dokumentarfilms „Red“ des Regisseurs und Autors Kadir Akın im Filmhaus Köln. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit Akın statt. Der Film erzählt die Geschichte von Paramaz und seinen 19 Kameraden, die 1915 im Osmanischen Reich hingerichtet wurden.