Freilassung des kranken Häftlings Yıldırım erneut verschoben

Der schwer kranke Häftling Mehmet Sait Yıldırım hat bereits 31 Jahre im Gefängnis verbracht, neun Tage davon mit Abdullah Öcalan auf der Gefängnisinsel Imrali. Nun ist Freilassung des 74-Jährigen erneut verschoben worden.

„Keine gute Führung und fehlende Reue“

Die Freilassung des 74-jährigen schwer kranken Häftlings Mehmet Sait Yıldırım, der im Hochsicherheitsgefängnis Kırıklar bei Izmir inhaftiert ist, ist vom Verwaltungs- und Beobachtungsausschuss erneut verschoben worden.

Obwohl Yıldırıms Strafe offiziell bereits Ende Februar dieses Jahres endete, verschob der Ausschuss seine Entlassung nun bereits zum zweiten Mal um neun Monate. Die vermeintliche Begründung ist die gleiche, wie in vielen ähnlichen Fällen: Der politische Gefangene habe sich „nicht gut geführt“ und „keine Reue gezeigt“. Mit einer nächsten Bewertung des falls ist Ende August 2026 zu rechnen.

Yıldırım wurde 1995 verhaftet und vom Staatssicherheitsgericht Diyarbakır zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Jahr 2015 war er einer von fünf Gefangenen, die auf Antrag von Öcalan in das Imrali-Gefängnis gebracht wurden, wo er neun Tage lang mit Öcalan zusammen inhaftiert war. Yıldırım dokumentierte diese Zeit in seinem Buch „Neun Tage in Imrali“.

Schwerkrank und in Einzelzelle

Später wurde er aufgrund gesundheitlicher Probleme in verschiedene Gefängnisse verlegt. Mittlerweile wird Yıldırım nun seit 2018 in dem Gefängnis vom Typ F in Kırıklar festgehalten und laut seinen Anwält:innen aufgrund einer „Anweisung des Ministeriums“ in einer Einzelzelle untergebracht.

Yıldırım leidet an zahlreichen chronischen Erkrankungen, darunter Herzkrankheiten, Halswirbelhernie, Bluthochdruck, COPD sowie Gefäß- und Lungenerkrankungen. Sein Rechtsbeistand gibt an, dass er Schwierigkeiten hat, seine täglichen Bedürfnisse zu erfüllen und sogar zu sprechen.