Übergangsregierung errichtet Barrieren in kurdischen Vierteln von Aleppo

In Aleppo haben Truppen der syrischen Übergangsregierung neue Militärposten errichtet und Zufahrtsstraßen in den kurdischen Stadtteilen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê blockiert. Die Maßnahmen sorgen für Spannungen.

Damaskus riegelt Şêxmeqsûd und Eşrefiyê ab

In der nordsyrischen Stadt Aleppo haben Truppen der selbsternannten Übergangsregierung eine deutliche Militärpräsenz in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Vierteln Şêxmeqsûd und Eşrefiyê aufgebaut. Berichten der Nachrichtenagentur Hawarnews zufolge wurden dort mehrere neue Militärposten errichtet und Barrieren aus Erde und Beton aufgeschüttet, die die Zufahrtsstraßen blockieren.

Auch im westlich angrenzenden Viertel Layramoun sei verstärkte militärische Aktivität zu beobachten. Besonders betroffen ist der Bereich rund um den Tariq-Ibn-Ziyad-Park, der offenbar von den Regierungstruppen in einen Stützpunkt umgewandelt wurde. Teile der Truppen sollen sich auch in zivile Gebäude und in das nahegelegene französische Krankenhaus einquartiert haben.

Gemeinsame Kontrollpunkte beeinträchtigt

Die Truppenbewegungen sorgen laut Hawarnews für erhöhte Spannungen in der Stadt. Die neuen Militärstellungen beeinträchtigen die Arbeit gemeinsamer Sicherheitskontrollpunkte, die bisher in Zusammenarbeit mit der Asayîş, der Behörde für Innere Sicherheit der nordostsyrischen Selbstverwaltung, betrieben wurden. Die neue Lage führe zu Unsicherheiten im Zuständigkeitsbereich und zu wachsenden sicherheitspolitischen Spannungen.


Auf Bildmaterial von Journalist:innen vor Ort ist zu sehen, wie Fahrzeuge der Übergangsregierung Barrieren errichten, Militärposten aufbauen und an mehreren Stellen strategische Gebäude in Beschlag nehmen. Die genauen Hintergründe der militärischen Mobilmachung sind bislang unklar.