Übergriffe auf friedliche Demonstrationen
In einer aktuellen Erklärung reagiert die Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) auf die sich zuspitzende Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in verschiedenen Teilen Syriens. Insbesondere die Angriffe auf friedliche Demonstrationen, vor allem in den alawitisch geprägten Küstenstädten Syriens, werden darin verurteilt.
Die Selbstverwaltung warnt vor einer „neuen Spirale der Gewalt“ zulasten der noch immer vom Bürgerkrieg belasteten Gesellschaft. Das Recht auf friedliche Proteste sei ein legitimes und grundlegendes Recht der gesamten syrischen Bevölkerung. Darüber hinaus sind auch die erneuten Angriffe auf bestimmte Gebiete in der Provinz Suweida benannt worden.
Positive Bemühungen zu bündeln sei notwendig, betont die DAANES, der politische und friedliche Dialog sei hierbei das einzige Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten und zur dauerhaften Überwindung der aktuellen Krise. In diesem Sinne wird die Übergangsregierung in Damaskus in der Erklärung explizit zum Gewaltverzicht und zum Respekt des Willen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen aufgefordert.
Verstoß gegen etablierte Werte
„Wir bekräftigen außerdem, dass die Angriffe auf Zivilist:innen und friedliche Demonstrierende in Homs und den Küstenregionen sowie in Suweida einen eklatanten Verstoß gegen menschliche und nationale Werte darstellen. Sie dienen nur denen, die das Land ins Chaos stürzen wollen“, heißt es in dem Schreiben weiter.
Hierzu zählten auch bewaffnete Gruppen und Fraktionen, die beispielsweise unter dem Deckmantel von „Stammeskräften“ die Einheit und Solidarität zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen stören wollten. Dieses Vorgehen habe System und widerspräche der in der syrischen Gesellschaft vorherrschenden Grundhaltung.
Nationaler Dialog und Ende der Spaltung
Als Lösungsperspektive bringt die DAANES den Aufbau eines pluralistischen und demokratischen Syriens vor, wofür es einen „echten und konstruktiven nationalen Dialog, der auf der Achtung des Willens des Volkes und seines Rechts auf freie Meinungsäußerung basiert“ brauche.
Dementsprechend wird auch ein klarer Appell an jene gerichtet, die Unfrieden forcieren: „Wir fordern außerdem ein Ende der Stimmen, die Unruhe stiften und Spannungen schüren, indem sie vorgeben, die Regierung zu unterstützen, während sie zur Spaltung der Syrerinnen und Syrer beitragen und das politische Klima verschärfen, insbesondere durch die Verbreitung von Hassreden über Medien und soziale Netzwerke.“
Hoffnung für die Zukunft
Abschließend bekräftigte die Selbstverwaltung ihre feste Entscheidung bezüglich der Zukunft des Landes: „Frieden, Dialog, Einheit der Syrerinnen und Syrer und der Aufbau eines neuen, dezentralisierten, demokratischen Syrien.“
Auch Khaled Davrisch, Repräsentant der DAANES in Deutschland, kommentierte die aktuellen Geschehnisse entsprechend: „Syrien braucht heute mehr denn je einen echten nationalen Dialog. Nur durch Respekt und demokratische Zusammenarbeit können wir die Krise überwinden und ein dezentrales, demokratisches Syrien aufbauen.“
Die vollständige Erklärung kann auf der Webseite der DAANES-Vertretung nachgelesen werden.
Titelbild: Versammlung in der DAANES 2024